Lachen ist auf Knopfdruck nicht leicht...

Ich möchte von einem Fotoshooting berichten, dass ich vor ungefähr einem Jahr durchgeführt habe.

Es ging um einen Katalog für  ein Geschäft mit Trachtenmoden, das seine neueste Kollektionfür den Sommer gern veröffentlichen wollte. Die Herrschaften von der Geschäftsführung bestanden darauf, selbst das Fotomodel aussuchen zu dürfen. Also gut, dachte ich, und machte mich auf, ein passendes Setting zu arrangieren. Ich traf ein Abkommen mit einem Holzbauern, auf dessen Gehöft das Shooting stattfinden sollte und war bereit.

Der "große Tag" kam... und mit ihm das Model. Ich gebe zu, es handelte sich um eine bildschöne 20-jährige mit einer sehr guten Figur - und verkniffenem Gesicht. Wir begannen, und egal, was ich von dem "Madl" forderte: sie lachte nicht.

Aufforderungen wie "ja, jetzt einmal fröhlich in die Kamera lächeln, bitte" schien sie überhaupt nicht zu verstehen. Nach einer Stunde Plackerei mit miserablem Ergebnis sprach ich sie direkt darauf an. Das arme Ding brach in Tränen aus und erzählte mir, dass sie die Enkeltochter des Firmenbsitzers sei, welcher sie förmlich gezwungen hatte, für seine Kleidung Modell zu stehen. Sie gestand mir, dass sie sich vor Kameras einfach nicht wohl fühle.

Ich verstand zwar die Lage des Mädchens und sie tat mir leid, aber ich hatte einen Auftrag zu erfüllen. Also dachte ich mir etwas anderes aus: ich fotografierte sie beim Verrichten von landschaftlichen Tätigkeiten, beispielsweise Holz hacken und so weiter. Dabei musste sie nicht lächeln, sondern konzentriert gucken, und das konnte sie auch. Als sie merkte, dass es immer besser klappte, taute sie sogar auf und schenkte mir ein paar verstohlene Lächler.

Seitdem bestehe ich immer darauf, das Modell buchen zu dürfen!

28.6.11 16:00, kommentieren

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Aufträge über Aufträge...

In den letzten Monaten lief es bei mir einfach grandios. Ich habe die Bilder zu einer sehr großen Werbekampagne für einen Motorradhersteller aus unserer Gegend gemacht, welche mir zu "neuem Ruhm" verholfen haben.

Seitdem kann ich mich vor Aufträgen kaum noch retten.

Ich bekam sehr, sehr viele Anfragen für Hochzeiten, bei denen ich die ganze Zeit anwesend sein und den "schönsten Tag des Lebens" in Bildern festhalten sollte. Davon lehnte ich viele ab. Hochzeiten sind meiner Meinung nach eine der furchtbarsten Veranstaltungen, die man als Fotograf begleiten kann! Zum einen dauern sie meist von früh am Morgen bis spät in die Nacht hinein. Außerdem gleicht sich nahezu jede Hochzeit wie ein Ei dem anderen! Es geht los im Standesamt, dann weiter zur Kirche, dann werden Reis und Blumen gestreut, ein Holzstamm zersägt, eine Torte angeschnitten, der Hochzeitstanz über's Parkett gebracht und ab einer gewissen Uhrzeit nur noch getrunken, sodass alle folgenden Bilder furchtbar aussehen oder so vulgär sind, dass ich sie vernichten muss (wenn zum Beispiel der Braut ständig unter's Kleid geguckt werden kann!). Das tue ich mir sehr ungern an!

Weitere Aufträge waren ein sorbisches Dorffest, das mich sehr faszinierte, eine Theaterveranstaltung der ortsansässigen Förderschule und eine Modenschau anlässlich des Abiballs in unserem Dorf. Nun ja, letzteres war auch nicht grade spannend, aber manchmal muss man auch in den sauren Apfel beißen, um etwas geld zu verdienen und der Allgemenheit einen Gefallen zu tun.

 

28.6.11 15:46, kommentieren

Bilder, die die Welt noch nicht gesehen hat!

"Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte." Weise Worte, wahre Worte.

Als langjährige Fotografin kann ich diesem Zitat nur zustimmen. Ich habe schon oft lange diskutiert, um jemandem mitzuteilen, was ich meine, und ich habe genauso oft erlebt, dass Menschen meine Botschaften verstehen, wenn sie meine Bilder sehen.

Ich fotgrafiere wortwörtlich alles, was mir vor die Linse springt: Wälder, Kinder, Steine, Tiere, Wüsten, Seen, alte Menschen, junge Mütter.........

in jeder noch so unscheinbaren Kleinigleit schlummert oft eine gewaltige Aussage. Berühmt, wenn man das so nennen kann, wurde ich durch einen Schnappschuss, den  ich bei einem bundesweiten Fotowettbewerb vor fast 12 jahren eingereicht habe: man sieht darauf einen jungen Mann, der im Gehen seine Getränkedose einfach fallen lässt. Ich muss zugeben, ich hatte einfach Glück, dass dieser Typ grad vor mir lief und ich die Kamera suchend vor mein Auge gehalten hatte.

Nun ja, damit gewann ich jedenfalls 5.000 Euro, damals noch 10000 Mark, die ich verwendete, um mein eigenes Atelier zu eröffnen. Das betreibe ich nun seit fast 11 Jahren und es läuft eigentlich recht gut. Ich kann meinen Lebensunterhalt finanzieren und mir zudem viele Reisen leisten, auf denenich neue Eindrücke sammle. Mein Lieblingsziel ist übrigens die Normandie. Ich habe nämlich ein eigenes Wohnmobil, sehr preisgünstig erworben unter Kleinanzeigen München , mit dem ich immer auf große Reise gehe.  Dort habe ich an der Küste schon herrliche Aufnahmen gemacht...

Das Leben ist wunderschön, und ich habe den richtigen Blick, um dies zu erkennen.

1 Kommentar 28.6.11 15:35, kommentieren